Base
 

Kapitel 2
Datenbank erstellen

Copyright

Dieses Dokument unterliegt dem Copyright © 2015. Die Beitragenden sind unten aufgeführt. Sie dürfen dieses Dokument unter den Bedingungen der GNU General Public License (http://www.­gnu.org/licenses/gpl.html), Version 3 oder höher, oder der Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/), Version 3.0 oder höher, verändern und/oder weitergeben.

Warennamen werden ohne Gewährleistung der freien Verwendbarkeit benutzt.

Fast alle Hardware- und Softwarebezeichnungen und weitere Stichworte und sonstige Angaben, die in diesem Buch verwendet werden, sind als eingetragene Marken geschützt.

Da es nicht möglich ist, in allen Fällen zeitnah zu ermitteln, ob ein Markenschutz besteht, wird das Symbol (R) in diesem Buch nicht verwendet.

Mitwirkende/Autoren

Robert Großkopf

Jost Lange

Michael Niedermair

Jochen Schiffers

 

 

Rückmeldung (Feedback)

Kommentare oder Vorschläge zu diesem Dokument können Sie in deutscher Sprache an die Adresse discuss@de.libreoffice.org senden.

Vorsicht

Alles, was an eine Mailingliste geschickt wird, inklusive der E-Mail-Adresse und anderer persönlicher Daten, die die E-Mail enthält, wird öffentlich archiviert und kann nicht gelöscht werden. Also, schreiben Sie mit Bedacht!

Datum der Veröffentlichung und Softwareversion

Veröffentlicht am 15.2.2017. Basierend auf der LibreOffice Version 5.3.

Anmerkung für Macintosh Nutzer

Einige Tastenbelegungen (Tastenkürzel) und Menüeinträge unterscheiden sich zwischen der Macintosh Version und denen für Windows- und Linux-Rechnern. Die unten stehende Tabelle gibt Ihnen einige grundlegende Hinweise dazu. Eine ausführlichere Aufstellung dazu finden Sie in der Hilfedatei des jeweiligen Moduls.

Windows/Linux

entspricht am Mac

Effekt

Menü-Auswahl Extras → Optionen

LibreOffice → Einstellungen

Zugriff auf die Programmoptionen

Rechts-Klick

Control+Klick

Öffnen eines Kontextmenüs

Ctrl (Control)

oder Strg (Steuerung)

(Command)

Tastenkürzel in Verbindung mit anderen Tasten

F5

Shift++F5

Öffnen des Dokumentnavigator-Dialogs

F11

+T

Öffnen des Formatvorlagen-Dialogs

 

Inhalt

Allgemeines bezüglich der Erstellung einer Datenbank

Neue Datenbank als interne Datenbank

Zugriff auf externe Datenbanken

MySQL/MariaDB-Datenbanken

Erstellen eines Nutzers und einer Datenbank

MySQL-Verbindung direkt mit der Extension

MySQL-Verbindung über JDBC

MySQL-Verbindung über ODBC

Verbindung zur MySQL-Datenbank über den Datenbank-Assistenten

PostgreSQL

Erstellen eines Nutzers und einer Datenbank

Direkte Verbindung zu Base

dBase-Datenbanken

Tabellendokumente

Thunderbird Adressbuch

Texttabellen

Texttabellen innerhalb einer internen HSQLDB-Datenbank

Texttabellen als Grundlage für eine eigenständige Datenbankdatei

Firebird

Erstellen eines Nutzers und einer Datenbank

Firebird-Verbindung über JDBC

Firebird-Verbindung über ODBC

Nachträgliche Bearbeitung der Verbindungseigenschaften

 

 

Allgemeines bezüglich der Erstellung einer Datenbank

In LibreOffice gibt es das Programmmodul «Base». Dies stellt eine grafische Benutzeroberfläche für Datenbanken zur Verfügung. Daneben existiert, in LibreOffice eingebunden, die interne Datenbank «HSQLDB». Diese interne Version der HSQLDB-Datenbank kann nur als Datenbank von einem Nutzer betrieben werden. Die gesamten Daten sind in der *.odb-Datei mit abgespeichert und diese Datei ist nur für einen Benutzer nicht schreibgeschützt zu öffnen.

Neue Datenbank als interne Datenbank

Sofern nicht von vornherein eine Multiuserdatenbank geplant ist oder erst einmal erste Erfahrungen mit einer Datenbank gesammelt werden sollen, ist die interne Datenbank gut nutzbar. Diese lässt sich später auch mit ein paar Kniffen noch zur externen Datenbank umwandeln, auf die dann auch mehrere User gleichzeitig zugreifen können, wenn der Datenbankserver läuft. Eine Beschreibung dazu in Bezug auf die HSQLDB erfolgt im Anhang dieses Handbuches im Kapitel «Datenbankverbindung zu einer externen HSQLDB».

Die Erstellung einer internen Datenbank erfolgt direkt über den Eingangsbildschirm von LO mit einem Klick auf den Button Datenbank oder über Datei → Neu → Datenbank. Der Datenbank­Assistent startet mit dem folgenden Bildschirm:

 

Das Optionsfeld «Neue Datenbank erstellen» ist für eine neue interne Datenbank angewählt. Standardmäßig ist dies die eingebettete HSQLDB. Ab LO 4.2 steht zusätzlich die interne Firebird-Datenbank zur Verfügung. Diese muss allerdings bisher extra aktiviert werden.

Die weiteren Optionen dienen dazu, eine bestehende Datei zu öffnen oder eine Verbindung zu einer externen Datenbank wie z.B. einem Adressbuch, einer MySQL-Datenbank o.ä. aufzubauen.

 

Eine in LibreOffice angemeldete Datenbank kann von den anderen Programmteilen von LibreOffice als Datenquelle genutzt werden (z. B. Serienbrief). Diese Anmeldung kann aber auch zu einem späteren Zeitraum erfolgen. Deshalb ist an dieser Stelle erst einmal das Optionsfeld «Nein, die Datenbank soll nicht angemeldet werden", ausgewählt.

Bei den Markierfeldern ist lediglich «Die Datenbank zum Bearbeiten öffnen» markiert. Assistenten zur Erstellung von Tabellen, Abfragen usw. werden in diesem Handbuch nicht genutzt. Ihre Funktion ist lediglich für den einfachen Einstieg in die Materie geeignet.

Die Datenbank wird fertiggestellt, indem direkt noch einem Namen und einem Speicherort gefragt wird. An der entsprechenden Stelle wird dann die *.odb-Datei erzeugt, die zur Aufnahme von Daten aus der internen Datenbank, zur Speicherung von Abfragen, Formularen und Berichten gedacht ist.

Im Gegensatz zu den anderen Programmteilen von LibreOffice wird also die Datei abgespeichert, bevor der Nutzer überhaupt irgendwelche für ihn sichtbare Eingaben getätigt hat.

Mit der Version LibreOffice 4.2 wurde zusätzlich zu der internen HSQLDB eine interne Firebird-Datenbank aufgenommen. Um diese bisher noch nicht einwandfrei funktionierende Datenbank zu nutzen, müssen über Extras → Optionen → LibreOffice → Erweitert → Optionale (instabile) Einstellungen die experimentellen Funktionen aktiviert werden:

 

Danach erscheint in dem Datenbankassistenten neben der internen HSQLDB auch die interne Firebird-Datenbank zur Auswahl:

 

Die eingebettete Firebird-Datenbank ist allerdings bisher noch weit entfernt von ihren tatsächlichen Möglichkeiten. SQL-Erweiterungen zu der HSQLDB sind erst teilweise implementiert.

Die HSQLDB ist auch in LibreOffice 5.3 die Standarddatenbank für jeden Nutzer; die Firebird-Datenbank hat mit LO 5.3 ein Update auf die aktuelle Firebird-Version 3.0 vollzogen, ist aber weiterhin nur experimentell zu empfehlen. Das Handbuch bezieht sich aus diesem Grunde in der Hauptsache auf die interne HSQLDB. Besonderheiten der Firebird-Datenbank werden gegebenenfalls zusätzlich aufgezeigt. Die Datenbank-Beispiele beziehen sich weiterhin auf die HSQLDB.

Zugriff auf externe Datenbanken

Alle externen Datenbanken müssen zuerst einmal existieren. Angenommen es soll der Zugriff auf die Datenbank einer eigenen Homepage erfolgen. Dort muss zuerst einmal die Datenbank selbst mit einem Namen und Zugangsdaten gegründet worden sein, bevor externe Programme darauf zugreifen können.

Existiert nun diese externe Datenbank, so kann sie, je nach vorhandener Treibersoftware, zur Erstellung von Tabellen und anschließender Dateneingabe und -abfrage genutzt werden.

Über Datei → Neu → Datenbank wird der Datenbankassistent geöffnet und die Verbindung zu einer bestehenden Datenbank hergestellt. Die Liste der hier aufgeführten Treiber, die mit Datenbanken verbinden, variiert etwas je nach Betriebssystem und Benutzeroberfläche. Immer dabei sind aber

Je nach gewählter Datenbank variieren nun die Verbindungseinstellungen. Diese können auch gegebenenfalls später noch korrigiert werden, wenn erst einmal die *.odb-Datei erstellt worden ist.

Bei manchen Datenbanktypen können keine neuen Daten eingegeben werden. Sie sind deshalb nur zum Suchen von Daten geeignet (z.B. Tabellendokument, Adressbücher). Die Beschreibungen in den folgenden Kapiteln beziehen sich ausschließlich auf die Verwendung von LibreOffice Base mit der internen Datenbank HSQLDB. Die meisten Ausführungen lassen sich auf Datenbanken wie MySQL, PostgreSQL etc. übertragen und entsprechend anwenden.

Hier soll nur kurz an ein paar Beispielen vorgestellt werden, wie der Kontakt zu anderen externen Datenbanken hergestellt wird.

MySQL/MariaDB-Datenbanken

MySQL-Datenbanken oder auch MariaDB-Datenbanken können auf drei verschiedene Weisen mit Base verbunden werden. Die einfachste und schnellste Art ist die direkte Verbindung mit dem MySQL-Connector. Daneben steht noch die Verbindung über JDBC und ODBC zur Verfügung.

Hinweis

In MySQL und MariaDB ist es möglich, Daten in Tabellen ohne ein Primärschlüsselfeld einzugeben und zu ändern. Die GUI von Base zeigt diese Tabellen zwar an, bietet aber keine Eingabe- bzw. Änderungsmöglichkeit.

Wer Tabellen ohne Primärschlüssel verwenden möchte, kann stattdessen über Extras → SQL, oder innerhalb von Formularen über Makros, die Tabellen mit Daten versorgen.

Erstellen eines Nutzers und einer Datenbank

Nachdem MySQL bzw. MariaDB installiert ist, sollten nacheinander die folgenden Schritte vollzogen werden:

  1. 1.Der Administrationsuser in MySQL heißt «root». Für Linuxnutzer ist hier wichtig, dass es sich dabei nicht um den Administrator des Linuxsystems handelt. Diesem Nutzer wird direkt nach der Installation erst einmal ein Passwort zugewiesen. Dies kann je nach System auch schon vorher bei der Installation erfolgt sein.
    mysql -u root -p
    Am Anfang ist kein Passwort vorhanden, so dass bei der Eingabeaufforderung auch nur
    Enter gedrückt wird.
    Es erscheint die Eingabeaufforderung
    mysql>
    Alle folgenden Eingaben werden jetzt auf dieser mysql-Konsole erstellt. Die Passwörter können sich unterscheiden, je nachdem, ob die Anmeldung von dem momentanen Rechner («localhost») oder von einem anderen Rechner zum MySQL-Serverrechner («host») erfolgt.
    SET PASSWORD FOR root@localhost=PASSWORD('Passwort');
    SET PASSWORD FOR root@host=PASSWORD('Passwort');
    Windows-Nutzer geben statt der zweiten Zeile
    SET PASSWORD FOR root@'%'=PASSWORD('Passwort');
    ein. 

  2. 2.Als Sicherheitsmaßnahme werden alle eventuell bestehenden anonymen Nutzer gelöscht.
    DELETE FROM mysql.user WHERE User='';
    DELETE FROM mysql.db WHERE User='';
    FLUSH PRIVILEGES;
     

  3. 3.Eine Datenbank mit dem Namen «libretest» wird erstellt.
    CREATE DATABASE libretest; 

  4. 4.Alle Rechte an der Datenbank «libretest» werden dem Nutzer «lotest» übergeben, der sich durch das Passwort «libre» ausweisen soll.
    GRANT ALL ON libretest.* TO lotest IDENTIFIED BY 'libre'; 

Damit ist die Datenbank vorhanden, mit der die folgenden Verbindungen aufgebaut werden.

MySQL-Verbindung direkt mit der Extension

Für die MySQL-Datenbank existieren Erweiterungen zur direkten Verbindung mit Base. Diese Erweiterungen tragen den Namen MySQL-Connector.

Vorsicht

Ein Kontakt zu LO 4.1.* kommt zwar mit dem AOO-Connector zustande, aber da sich ab der Version LO 4.1 die Beschreibung der Sekundenbruchteile von LO und AOO unterscheiden, werden falsche Werte im Bereich der Zeiten und auch von kompletten Timestamp-Feldern angezeigt.

Verwenden sie also bitte immer die Version, die lt. Beschreibung auch zur LO-Version passt. Achten sie besonders beim Wechsel auf LO 4.1 darauf, ob überhaupt ein entsprechender Connector zur Verfügung steht.

MySQL-Verbindung über JDBC

Als allgemeiner Zugang zu MySQL ist der Zugang über JDBC oder ODBC zu wählen. Um den JDBC-Zugang nutzen zu können, wird der mysql-connector-java.jar in der jeweils zur Datenbank passenden Fassung benötigt. Dieses Java-Archiv wird am besten in das Verzeichnis kopiert, aus dem auch die aktuelle Java-Version von LibreOffice geladen wird. Als Speicherort bietet sich das Unterverzeichnis «...Javapfad.../lib/ext/» an. In Linux-Systemen wird dies durch die Softwareverwaltung oft automatisch erledigt.

Gegebenenfalls kann das Java-Archiv auch separat über Extras → Optionen → LibreOffice → Erweitert → Java Optionen→ Class-Pfad in den Class-Path aus jeder beliebigen Stelle der Festplatte übernommen werden. Für diese Option sind dann auch keine Systemverwalterrechte notwendig.

MySQL-Verbindung über ODBC

Für eine Verbindung über ODBC muss natürlich erst einmal die entsprechende ODBC-Software installiert sein. Details dazu werden hier nicht weiter beschrieben.

Nach Installation der entsprechenden Software kann es passieren, dass LO den Dienst verweigert, weil es die libodbc.so.1 nicht findet. Hier existiert in den meisten Systemen inzwischen die lib­odbc.so.2 . Auf diese Datei muss ein entsprechender Verweis mit dem Namen libodbc.so.1 in dem gleichen Verzeichnis abgespeichert werden.

In den für das System notwendigen Dateien odbcinst.ini und odbc.ini müssen Einträge ähnlich den folgenden existieren:

odbinst.ini

[MySQL]

Description = ODBC Driver for MySQL

Driver = /usr/lib64/libmyodbc5.so

odbc.ini

[MySQL-test]

Description = MySQL database test

Driver = MySQL

Server = localhost

Database = libretest

Port = 3306

Socket =

Option = 3

Charset = UTF8

Diese beiden Dateien liegen bei einem Linux-System im Verzeichnis /etc/unixODBC. Ohne den Eintrag zur Art des verwendeten Zeichensatzes kommt es bei Umlauten zu Problemen, auch wenn die Einstellungen in MySQL/MariaDB und Base übereinstimmen.

Details zu den Verbindungsparametern sind im MySQL-Referenzhandbuch zu finden.

Verbindung zur MySQL-Datenbank über den Datenbank-Assistenten

Der Zugriff auf eine existierende MySQL-Datenbank erfolgt mit der direkten Verbindung in den folgenden Schritten:

Über «Neue Datenbank erstellen» ist nur die Erstellung einer Datenbank im internen HSQLDB-Format möglich. Die Zusammenarbeit mit anderen Datenbanken kann nur erfolgen, wenn die Datenbank selbst bereits existiert. Dazu muss also Verbindung zu einer bestehenden Datenbank herstellen gewählt werden.

Hier wird aus den, teilweise betriebssystemspezifischen, Datenbanken die MySQL-Variante ausgewählt.

Die direkte Verbindung

Der Kontakt zu MySQL kann über ODBC oder JDBC hergestellt werden, solange kein nativer1 MySQL-Connector als direkte Verbindung installiert ist oder unterstützt wird. Ist die Erweiterung für eine direkte Verbindung installiert, so wird «Direkte Verbindung» standardmäßig voreingestellt.

Die direkte Verbindung ist diejenige, die von der Geschwindigkeit her am besten gewählt werden sollte. Allerdings hat sie auch ein paar kleine Bugs, die gegebenenfalls besonders berücksichtigt werden müssen. So ist es z. B. dringend erforderlich, in Formularen bei Textfeldern die maximale Länge einzustellen, weil sonst die Eingabe einfach auf den bisher maximal eingegebenen Wert gekürzt wird.

Der Datenbankname muss bekannt sein. Befindet sich der Server auf dem gleichen Rechner wie die Benutzeroberfläche, unter der die Datenbank erstellt wird, so kann als Server «localhost» gewählt werden. Ansonsten kann die IP-Adresse (z.B. 192.168.0.1) oder auch je nach Netzwerkstruktur der Rechnername oder gar eine Internetadresse angegeben werden. Es ist also ohne weiteres möglich, mit Base auf die Datenbank zuzugreifen, die vielleicht auf der eigenen Homepage bei irgendeinem Provider liegt.

Bei der Arbeit mit Base über das Internet sollte sich der Nutzer allerdings darüber bewusst sein, wie seine Verbindung zu der Datenbank gestaltet ist. Gibt es eine verschlüsselte Verbindung? Wie erfolgt die Passwortübertragung?

Jede über das Netz erreichbare Datenbank sollte mit einem Benutzernamen und einem Kennwort geschützt sein. Hier wird direkt getestet, ob die Verbindung klappt. Wichtig ist natürlich, dass der entsprechende Benutzer in MySQL bzw. der MariaDB entsprechend für den benannten Server eingerichtet wurde.

Dieses Fenster erscheint anschließend bei jedem Start der Datenbankdatei, wenn das erste Mal auf die MySQL-Datenbank zugegriffen wird.

Der Verbindungstest startet die Authentifizierung mit vorgegebenem Benutzernamen. Nach Passworteingabe erfolgt die Meldung, ob die Verbindung erfolgreich hergestellt werden kann.
Läuft z.B. MySQL zur Zeit nicht, so kommt natürlich an dieser Stelle eine Fehlermeldung.

Auch hier wird die Datenbank nicht angemeldet, da sie nur zu ersten Tests aufgebaut wurde. Eine Anmeldung ist erst notwendig, wenn andere Programme wie z.B. der Writer für einen Serienbrief auf die Daten zugreifen sollen.

Der Assistent beendet die Verbindungserstellung mit dem Abspeichern der gewünschten Datenbankverbindung. In dieser *.odb-Datei liegen jetzt lediglich diese Verbindungsinformationen, die bei jedem Datenbankstart ausgelesen werden, so dass auf die Tabellen der MySQL-Datenbank zugegriffen werden kann.

 

Ansicht der geöffneten Datenbankdatei mit Tabellenübersicht und in der Fußzeile der Benennung des verwendeten Treibers «MySQL (nativ)», des Datenbanknamens «libretest», des Nutzers der Datenbank «lotest» und des Servers, auf dem die Datenbank läuft, nämlich «localhost».

Über «Fertigstellen» wird die Base-Datei erstellt und die Ansicht auf die Tabellen der MySQL-Datenbank geöffnet. Die Tabellen der Datenbank werden unter dem Namen der Datenbank selbst aufgeführt.

Beim manchen Treibern wird nur die Datenbank «libretest» angezeigt, für die auch die Verbindung bestimmt war. Andere Treiber von LO bieten auch andere MySQL- bzw. MariaDB-Datenbanken auf dem gleichen Server zur Auswahl.

Auch mit den Treibern für nur eine Datenbank ist aber ein Zugriff auf die anderen Tabellen z.B. für Abfragen möglich, sofern natürlich der angegebene Datenbanknutzer, im obigen Fall also «lotest», mit seinem Passwort auf die Daten zugreifen kann. Im Gegensatz zu den bisherigen nativen LO-Treibern ist hier allerdings kein schreibender Zugriff auf andere Datenbanken des gleichen MySQL-Datenbankservers möglich.

Im Unterschied zu der internen Datenbank von Base taucht bei Abfragen entsprechend in MySQL für die Definition der Tabelle immer auch der Datenbankname auf, hier z.B.

... FROM "test"."Klasse" AS "Klasse" ...

Hier ist es also auf jeden Fall notwendig, der Kombination aus Datenbankname und Tabellenname mit dem Zusatz «AS» einen alternativen Alias-Namen zuzuweisen. Genaueres siehe dazu in dem Kapitel «Verwendung eines Alias in Abfragen».

Tabellen können in der Datenbank erstellt und gelöscht werden. Automatisch hochzählende Zahlenfelder («Autowert») funktionieren und lassen sich auch bei der Tabellenerstellung auswählen. Sie starten bei MySQL mit dem Wert 1.

Die ODBC-Verbindung

Die ersten Schritte zur ODBC-Verbindung sind gleich denen zur direkten Verbindung. Wird beim zweiten Schritt dann die ODBC-Verbindung für MySQL gewählt, dann erscheint das folgende Fenster des Datenbank-Assistenten:

Die ODBC Datenquelle hat nicht unbedingt den gleichen Namen wie die Datenbank in MySQL selbst. Hier muss der Name eingetragen werden, der auch in der Datei «odbc.ini» steht. Die einfachste Möglichkeit besteht hier darin, über den Button Durchsuchen den Namen aus der «odbc.ini» direkt auszulesen.

Beim Test erscheint der Name aus der «odbc.ini». Auch wenn hier wieder nur mit einer Datenbank verknüpft wird, können andere Tabellen des MySQL-Servers sehr wohl gelesen werden.

Schritt 4 und 5 laufen wieder identisch zur Direktverbindung ab.

Die JDBC-Verbindung

Auch bei der JDBC-Verbindung sind die ersten Schritte gleich, hier unterscheidet sich wieder nur Schritt 3 von den anderen Schritten des Assistenten:

Der Assistent fragt hier die gleichen Informationen ab wie bei der direkten Verbindung. Der Datenbankname ist der, der auch in MySQL selbst verwandt wird.

Über «Klasse testen» wird überprüft, ob das Archiv mysql-connector-java.jar über Java erreichbar ist. Entweder muss dieses Archiv im Pfad der ausgewählten Java-Version liegen oder direkt in LibreOffice eingebunden werden.

Alle weiteren Schritte sind wieder identisch zu denen der vorherigen Verbindungen. Die Verbindungen zu anderen Datenbanken des gleichen MySQL-Datenbankservers funktionieren ebenfalls nur lesend.

PostgreSQL

Für die PostgreSQL-Datenbank gibt es einen direkten Treiber von LO, der von vornherein mit installiert wird. Damit der Kontakt auch sicher passt, zuerst aber eine kurze Anleitung zu den ersten Schritten nach der Installation von PostgreSQL.

Erstellen eines Nutzers und einer Datenbank

Die folgenden Schritte sind nach einer Installation über den Paketmanager in OpenSUSE erforderlich. Sie ähneln vermutlich denen unter anderen Betriebssystemen.

  1. 1.Dem Nutzer «postgres» muss zuerst ein Passwort zugewiesen werden. Das kann mit dem Administrationstool des Betriebssystems erfolgen. 

  2. 2.Der Postgre-Server muss vom Administartor gestartet werden, z. B. service postgresql start oder rcpostgresql start. 

  3. 3.Der Nutzer «postgres» muss sich mit
    su postgres
    auf der Konsole anmelden.
     

  4. 4.Ein einfacher Datenbanknutzer, hier «lotest», sollte mit Passwortzugang erstellt werden:
    createuser -P lotest 

  5. 5.Damit der Datenbanknutzer anschließend auch auf die zu gründende Datenbank zugreifen kann, muss in der Datei /var/lib/pqsql/data/pg_hba.conf ein Eintrag geändert werden. In dieser Datei werden u.a. die Methoden zur Identifizierung der Nutzer auf verschiedenen Ebenen festgelegt. Die Methode, mit der LO-Base kommunizieren kann, ist die Methode «password», nicht, wie voreingestellt, die Methode «ident». 

  6. 6.Der Systemnutzer «postgres» meldet sich über «psql» an:
    psql -d template1 -U postgres 

  7. 7.Der Systemnutzer «postgres» erstellt die Datenbank «libretest»:
    CREATE DATABASE libretest; 

Direkte Verbindung zu Base

Im Assistenten wird der Eintrag «postgres» ausgewählt. Die Verbindungseinstellung geschieht über die Angabe des Datenbanknamens («dbname») und des Hostes. Unter bestimmten Umständen ist es erforderlich, statt der einfachen Angabe eines Hostes den kompletten Host einschließlich des vollständigen Domainnamens anzugeben.

Die Benutzer-Authentifizierung sieht genauso aus wie die unter MySQL.

Wird die Datenbank das erste Mal geöffnet, so erscheinen für den User erst einmal eine Unmenge an Tabellen aus dem Bereich «information_schema». Diese Tabellen sind ebenso wie die im Bereich «pg_catalog» für den normalen Nutzer nur lesbar, nicht schreibbar. Diese verschiedenen Bereiche bezeichnet PostgreSQL als «Schema». Der Nutzer legt neue Tabellen im Schema «public» an.

Der Dialog «Speichern unter» zeigt hier verschiedene Schema von PostgreSQL auf. Tatsächlich speicherbar ist allerdings nur in dem Schema «public», solange keine weitreichenderen Nutzerrechte für den entsprechenden Anmeldenamen vergeben wurden.

Hinweis

Werden Tabellen z.B. aus der internen HSQLDB nach PostgreSQL kopiert, so schlägt der Importassistent den einfachen Tabellennamen aus der HSQLDB, z.B. «Tabelle1», vor. Der Import mit diesem Namen schlägt allerdings fehl. Stattdessen muss vor den Namen die Schemabezeichnung ergänzt werden: aus «Tabelle1» wird «public.Tabelle1».

Bei der Erstellung von Tabellen kann es vorkommen, dass Base Datentypen vorschlägt, die die aktuelle PostgreSQL-Installation nicht verarbeiten kann. So werden standardmäßig die Felder mit dem Feldtyp «Text [character_data]» vorgeschlagen. Den kann PostgreSQL aber nicht verarbeiten. Eine Änderung auf den Typ «Text [varchar]» (siehe oben) schafft hier Abhilfe.

In der Tabellenübersicht von PostgreSQL erscheinen die unterschiedlichen Schemata. Im Schema «public» ist die abgespeicherte Tabelle «Name» zu sehen.

dBase-Datenbanken

Bei dBase handelt es sich um ein Datenbankformat, dass alle Daten in einem beliebigen Verzeichnis in separaten Tabellen bereitstellt. Verknüpfungen zwischen den Tabellen müssen über die Programmstruktur erledigt werden. Dbase hat keine Möglichkeit, intern zu verhindern, dass z.B. in der Medien-Datenbank ein Medium gelöscht wird, der Verweis darauf aber weiterhin in der Tabelle zum Medienentleih erhalten bleibt.

Hinweis

Zur Zeit werden nur dBase-Dateien berücksichtigt, die mit der in Kleinbuchstaben geschriebene Dateiendung *.dbf versehen sind. Andere Endungen wie z.B. *.DBF werden nicht ausgelesen. (Bug 46180)

Die Verbindung wird zu einem Verzeichnis hergestellt. Alle *.dbf-Dateien, die sich in diesem Verzeichnis befinden, werden anschließend angezeigt und können über Formulare miteinander verbunden werden.

Tabellen in dBase haben kein unverwechselbares Feld für jeden Datensatz («Primärschlüssel»). Sie können also vom Prinzip her so beschrieben werden wie Tabellenblätter in Calc.